Das Team der Abteilung für Geburtshilfe bei einer Sektio im Operationssaal.
Eine Kinderkrankenpflegerin im Operationssaal hält ein Neugeborenes eingewickelt in ein Handtuch im Arm.
Krankenpflegerin zeigt einer frisch gebackenen Mutter, wie sie ihr Kind anlegt, damit sie es stillen kann.

Kaiserschnitt-Geburt

Falls Ihr Kind mit einem Kaiserschnitt zur Welt gebracht werden muss, wird diese Operation in Teil- oder Vollnarkose durchgeführt. Die Operation dauert mit der normalen Vorbereitung eine gute Stunde, danach werden Sie noch etwa zwei Stunden intensiv überwacht, bevor Sie ins Patientenzimmer verlegt werden. In der Regel helfen die Schwestern noch am selben Tag beim Aufstehen. Nach etwa vier Tagen können Sie mit Ihrem Baby nach Hause. Da ein Kaiserschnitt eine Operation mit recht großem Heilungsbedarf ist, sollten Sie sich dort noch für mindestens drei weitere Wochen nicht anstrengen und auch keine Hausarbeit verrichten. Es ist wichtig, dass Sie sich dort nur Ihrem Kind und Ihrer Rekonvaleszenz widmen können.

Auch im OP arbeiten wir nach den sogenannten B.E.St.®-Kriterien der Initiative „Babyfreundliches Krankenhaus“ und den internationalen Vorgaben der WHO und UNICEF, in dessen Mittelpunkt der Schutz und die Förderung der Eltern-Kind-Bindung steht. Das bedeutet, dass wir nach einem Kaiserschnitt für einen direkten Hautkontakt von Eltern und Kind sorgen. Dieser erste Kontakt hat nachweislich einen positiven Effekt auf die Eltern-Kind-Bindung und stärkt das Kind in seinen angeborenen Fähigkeiten - sie hilft ihm nicht nur, diese zu entfalten, sondern auch seine Umwelt zu erkunden und in Interaktion mit ihr zu treten.

Ganz besonders profitieren Frühgeborene und beeinträchtigte Neugeborene von einem guten Bindungsstart. Nach der notwendigen Erstversorgung wird der direkte Hautkontakt unter medizinischer Begleitung ermöglicht.

Unser neues Operationszimmer liegt direkt neben den Geburtsräumen und ist sehr schnell zu erreichen. Es ist ein farblich schön gestalteter Raum, der kaum noch an herkömmliche Operationssäle erinnert und verfügt über einen integrierten Versorgungsraum für das Neugeborene. Hier können unsere Kinderärzte auch kleine Frühgeborene optimal versorgen, denn dort sind alle notwendigen Apparaturen verfügbar. Wegen der sehr empfindlichen Wärmeregulation der Neugeborenen ist er permanent gut geheizt.

Bei örtlicher Betäubung mit Peridural- oder Spinalanästhesie bleiben Sie während des Kaiserschnitts wach. Ihre Begleitung kann dann während des Eingriffs bei Ihnen bleiben und gemeinsam mit Ihnen das Baby gleich nach der Geburt in die Arme nehmen. Ein Sichtschutz trennt Sie von dem eigentlichen Operationsgeschehen. Unsere Anästhesist*innen und eine Hebamme stehen Ihnen jederzeit helfend zur Seite. Bei einer Vollnarkose wartet Ihre Begleitung außerhalb des Operationsraums auf das Baby und bleibt dann bei ihm, bis Sie wieder wach sind.

Bei einem Kaiserschnitt operieren wir nach der Misgav-Ladach-Methode, bei der Muskeln und Gewebe nicht mit dem Skalpell durchtrennt, sondern mit den Fingern beiseitegeschoben werden. Das verkürzt die Operationszeit und schont das Gewebe. Dadurch und aufgrund der verbesserten Anästhesieverfahren kommen Sie nach einem Kaiserschnitt relativ schnell wieder auf die Beine. Dennoch bleibt die Geburt über den natürlichen Geburtsweg die optimale Geburtsmethode. Ein Kaiserschnitt ist eine Bauchoperation, die nicht leichtfertig erfolgen sollte, da sie unmittelbare und nachhaltige Auswirkungen sowohl auf die Mutter und auch auf das Kind hat. Beispielsweise verschlechtert die innere Operationsnarbe die Chancen auf eine ungestörte nachfolgende Schwangerschaft und Geburt. Auch bei dem Kind ist nach einem Kaiserschnitt mit Anpassungsstörungen zu rechnen.

Wenn Sie den Wunsch nach einem Kaiserschnitt haben oder Ihr Baby auf diesem Weg zur Welt kommen muss, beraten wir Sie gern in der ärztlichen Sprechstunde zur Geburtsplanung. Einen Beratungstermin vereinbaren Sie am besten über unser Sekretariat unter der Rufnummer (02330) 62-4455.

Informationen rund um die Geburtshilfe

Fragen und Antworten zur Geburtshilfe

  • Darf mein Partner/eine Begleitperson bei der Geburt dabei sein?

    Ja. Der werdende Vater (oder eine andere Bezugsperson) darf zur Geburt mit in den Kreißsaal und auch mit auf die Wochenstation kommen.

  • Was muss ich vor der Aufnahme beachten? Brauche ich einen Corona-Test?

    Sollten die Wehen spontan einsetzen, melden Sie sich bitte im Kreißsaal. Dort wird sowohl bei der werdenden Mutter als auch bei der Begleitperson ein PCR-Test durchgeführt. Schwangere, die mit einem geplanten Kaiserschnitt zu uns kommen, benötigen einen aktuellen PCR-Testnachweis (nicht älter als 48 Stunden). Bitte beachten Sie auch: Im gesamten Krankenhaus gilt die Mundschutzpflicht. Im Kreißsaal selber darf die werdende Mutter den Mundschutz abnehmen.

  • Was sind die aktuellen Besucherregelungen?

    Seit dem 24. November 2021 gelten folgende Besucherregelungen für das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke:

    • Jede*r Besucher*in muss einen Schnelltest/Antigentestnachweis einer offiziellen Teststelle vorweisen. Dieser Testnachweis muss vom selben Tag stammen. Dies gilt auch für Genesene und vollständig Geimpfte.
    • Patientinnen dürfen erst ab dem 5. Tag des stationären Aufenthalts Besuch empfangen. Pro Patientin/Tag darf nur eine Besuchsperson für maximal eine Stunde im Zeitfenster zwischen 15 und 17 Uhr ins Krankenhaus kommen.
    • Jede Besuchsperson muss vorher bei der/dem behandelnde*n Fachärzt*in angemeldet werden. Der/die Ärzt*in gibt die Informationen an unseren Empfang weiter. Wer nicht angemeldet ist, erhält keinen Einlass.

    Bitte bringen Sie ausreichend Zeit mit, wenn Sie zu uns kommen. Wegen der erforderlichen Registrierung am Haupteingang kann es zu Wartezeiten kommen. Diese Wartezeiten können wir trotz größter Bemühungen nicht vermeiden. Bitte planen Sie Ihren Besuch bei uns entsprechend. Unser Tipp: Um Zeit zu sparen, füllen Sie die erforderliche Selbstauskunft bereits zuhause aus.

  • Was ist ein Geburtsplanungsgespräch und wann muss ich mich dafür anmelden?

    Bei allen Fragen zur Geburt und bei allen Besonderheiten oder Komplikationen im Schwangerschaftsverlauf haben Sie die Möglichkeit, sich in der Sprechstunde zur Geburtsplanung beraten zu lassen. Bitte bringen Sie auch hier einen Überweisungsschein ihres/ihrer Gynäkolog*in mit. In der Sprechstunde wird dann der mögliche Geburtsverlauf besprochen. Dies empfehlen wir Ihnen insbesondere, wenn Sie bei Beckenendlage eine Spontangeburt anstreben, wenn eine der vorigen Geburten per Kaiserschnitt erfolgte oder wenn eine vorausgegangene Geburt traumatisch verlaufen ist. In der Regel reicht es aus, wenn SIe sich ab der 34. Schwangerschaftswoche in unserem Sekretariat melden und unter der (02330) 62-4455 einen Termin zur Geburtsplanung vereinbaren.

     

  • Was bedeutet eine Geburt im Hebammenkreißsaal?

    Der Hebammenkreißsaal ist ein Betreuungsmodell, dass den ärztlich geleiteten Kreißsaal ergänzt. Hier übernehmen die Hebammen die Betreuung der Schwangeren vor, während und nach der Geburt. Falls es notwendig wird, wird das erfahrene und kompetente Hebammenteam, das die Gebärende begleitet, um ein Ärzteteam ergänzt. Dieses Modell ist für Frauen mit einer "normalen" Schwangerschaft vorgesehen, die sich eine natürliche Geburt wünschen. Der Hebammenkreißsaal ist dabei weder räumlich noch personell von unserem bereits bestehenden Kreißsaal getrennt.

    Eine Geburt im Hebammenkreißsaal kommt für Sie in Frage, wenn:

    • eine Einlingschwangerschaft besteht
    • Ihr Kind zur Geburt mit dem Köpfchen unten liegt
    • eine gesunde Schwangerschaft vorliegt
    • Sie Lust haben, aus eigener Kraft und möglichst ohne medizinische Eingriffe, aber mit einer intensiven Hebammenbegleitung zu gebären

     

  • Wann findet der Infoabend oder eine Kreißsaalführung statt?

    Aufgrund der Coronapandemie können im Moment keine Infoabende stattfinden. In unserem Video können Sie sich die Kreißsäle sowie die Station aber virtuell anschauen.

Was unsere Geburtshilfe
besonders macht.

Manches, was in der heutigen Geburtshilfe und Versorgung von Neugeborenen bundesweit als selbstverständlich erscheint, ist ursprünglich in Herdecke entstanden und weiterentwickelt worden: Das Rooming-In, die Anwesenheit der Väter bei der Geburt, das Familienbett und -zimmer und eine integrative Betreuung von Frühgeborenen und ihren Eltern auf der Intensivstation. Diese innovative Kraft ergibt sich aus unserer Verwurzelung im anthroposophischen Menschenbild und dem immer wieder neuen Streben, dieses in die moderne Entwicklungen der medizinischen Versorgungen zu integrieren.

Bonding

Direkt nach der Geburt sucht das Neugeborene Schutz, Wärme, Liebe und Zuwendung. Es braucht einen sicheren Hafen, der ihn versorgt und ihm Geborgenheit bietet. Beim direkten Haus-zu-Haut-Kontakt hört das Kind den Herzschlag der Mutter oder des Vaters und fühlt sich geborgen.

Spontane Beckenendlagengeburt

Wenn alle medizinischen Parameter stimmen, können Sie bei uns bei Beckenendlage spontan entbinden. Zuvor bieten und empfehlen wie die äußere Wendung. Unser ärztliches Team ist auf diesem Gebiet spezialisiert.

Hebammenkreißsaal

Unser „hebammengeleitete Kreißsaal“ bietet besonders intensive Hebammenbegleitung. Wir möchten Sie auf Ihrem Weg, aus eigener Kraft zu gebären, unterstützen. Wir berücksichtigen Ihre individuellen Bedürfnisse und ermuntern Sie zur aktiven Mitgestaltung der Geburt.