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Therapeutische Waschungen

Eine pflegerische Maßnahme aus der Anthroposophischen Medizin, die den Tag strukturiert und menschliche Nähe vermittelt

Das Waschen ist eine zentrale pflegerische Aufgabe, aber immer auch ein Balanceakt zwischen der Notwendigkeit des Säuberns und dem Respekt vor der Intimität des zu Pflegenden. An diese Grenze muss sich die Pflege stets aufs Neue herantasten, den Blickkontakt suchen, deutlich sprechen. Die Berührung bei all diesen alltäglichen Verrichtungen öffnet die Herzen, und es entsteht menschliche Nähe.

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Das Waschen des Patienten - hier auf der Intensivstation - ist eine pflegerische Tätigkeit, die im Gemeinschaftskrankenhaus nicht husch-husch erfolgt, sondern mit großer Aufmerksamkeit und Zugewandtheit.

In der Anthroposophischen Pflege ist eine Ganzkörperwaschung nicht nur eine hygienische Notwendigkeit, sondern ein Ritual, das den Tag ebenso wie Essen, Aufstehen und Schlafen rhythmisch gliedert, die Lebenskräfte anregt und damit auch Krankheiten vorbeugt. Das vermittelt Sicherheit und Zuverlässigkeit - für Kranke ist beides gleichermaßen wichtig. Auch dient sie längst nicht nur dem Sauberwerden, sondern vermittelt ein rundum heiles Körpergefühl - gerade in Zeiten einer versehrten und beeinträchtigten Körperlichkeit.

Bei der Waschung werden auch vermeintliche Kleinigkeiten beachtet, z. B. die Rauheit des Waschhandschuhs: verträgt der Kranke eher eine kräftiges Frottee oder braucht er weichen Flausch? Sollte die Temperatur des Waschwasseres eher lauwarm oder gut temperiert sein? Welcher Waschzusatz ist sinnvoll: Rosmarin oder Zitrone zum Erfrischen und Beleben oder Lavendel zum Beruhigen?

Der Druck und die Art, wie der Waschhandschuh über die Haut gleitet, erfordert ebenfalls besondere Beachtung. Streicht der Waschhandschuh gegen die Haarwuchsrichtung von der Peripherie zum Herzen hin, hat das eine anregende und belebende Wirkung. In der Gegenrichtung - vom Herzen weg, mit der Haarwuchsrichtung - wirkt die Waschung eher beruhigend.

Eine Ganzkörperwaschung ist, wenn sie einfühlsam und zugewandt erfolgt, eine willkommene Erfrischung für Schwerkranke, eine heilsame Abkühlung für Fiebernde, und ein Genuss für Pflegebedürftige. Sie fördert eine positive Selbstwahrnehmung ebenso wie ein wohliges Körpergefühl.