HERDECKE – Im Laufe der Jahre entwickelte sich aus dieser Gestaltungsidee ein professioneller Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst. Diese verleiht dem Foyer des GKH eine besondere Atmosphäre: Die hellen Wände, die bequemen Sitzgelegenheiten und die durchdachte Lichtgestaltung laden zum Verweilen ein und bieten Raum zum Innehalten – gerade an einem Ort, an dem viele Menschen mit Themen wie Krankheit, Geburt oder Abschied konfrontiert sind.
In den ersten zwanzig Jahren lag der Fokus der Ausstellungen im GKH fast ausschließlich im Bereich abstrakter Kunst, inzwischen sind vermehrt gegenständliche Werke sowie Landschafts- und Naturthemen zum Gegenstand der Kunst geworden. Aktuell und noch bis zum 5. Januar 2026 ist die Ausstellung „Gesten und Gouachen“ von Jens Kilian zu sehen, einem freischaffenden Maler und Kunstpädagogen, der unter anderem die Freie Akademie für Malerei in Düsseldorf-Reisholz leitet. Einige der Kunstschaffenden, die über die Jahre in der Herdecker Klinik ausgestellt haben, waren, wie auch Jens Kilian, mehrfach dort zu Gast. Manche stammen aus der Region, andere aus Deutschland oder dem benachbarten Ausland. Ihnen allen ist gemein, dass es ihnen in erster Linie nicht darum geht, ihre Werke zu verkaufen. Sie verstehen die Ausstellungen im GKH als kulturelles Geschenk. Der Kauf ist möglich, jedoch steht die Wirkung der Kunst im Mittelpunkt. „Die Kunst ist für mich Lebenselixier, und die Begegnungen mit so vielen ganz verschiedenen Künstlern haben mein Leben sehr bereichert“, betont Magdalena Hellström Zimmermann, die als freischaffende Künstlerin in Dortmund und Stora Skedvi (Schweden) lebt. „Aber man kann auch sagen, dass die Begegnung mit ‚Kunst im Foyer‘ für viele Künstler eine besondere Erfahrung war.“ Bekannte Namen sind u. a. Otto Ritschl, Eva Niestrath-Berger und Setsuko Ikai.
Dass ein Krankenhaus zu einem Ort für Kunst werden kann, ist nicht selbstverständlich. Es ist das Ergebnis von gestalterischer Konsequenz, persönlichem Engagement und der Überzeugung, dass Kunst heilen, bilden und verbinden kann. Das zeigt auch eine ganz besondere Skulptur, die kürzlich in der Caféteria des GKH ihren Platz gefunden hat – sie stammt von einem ehemaligen Patienten, der sich damit für seine Heilung nach einer Hirn-OP beim Team der Neurochirurgie um Chefarzt Prof. Dr. med. Dipl. Phys. Wolfram Scharbrodt bedankt hat.














