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Vortrag mit Prof. Dr. med. Peer Abilgaard

Es ist ein Mythos, dass Musik grundsätzlich heilsam und gut sei. Dass kennen wir alle aus Alltagssituationen, wenn wir Musik ausgesetzt sind, die wir gar nicht hören wollen, etwa wenn wir in einer Telefon-Warteschleife gefangen sind. Das hat auch damit zu tun, dass Musik von ihrer physikalische Qualität her, direkt bis in unser Innerstes dringt; vor belastenden Bildern etwa können wir die Augen verschließen, nicht die Ohren vor Klangeindrücken. Wenn sich Musik nun als heilsam erweisen soll, sollten die Kontexte, in denen sich das Musik hören ereignet, besondere Berücksichtigung finden. Wichtig sind zum Beispiel die individuellen Lebensgeschichtlichen Bezüge, die die einzelnen Musikhörenden mit der dargebotenen Musik verbinden. Jeder und jede hat seine ganz eigene Lieblingsmusik und das ist gut so. Weiterhin hat Musik auch die Eigenschaft sehr tiefe emotionale Schichten zu erreichen. Geht es uns gut, kann diese Überflutung von starken Gefühlen durchaus als angenehm empfunden werden. In Lebenskrisen kann das aber auch wieder destabilisierend wirken. Werden diese kontextabhängigen Faktoren berücksichtigt, kann Musik sehr gut dazu beitragen, ein Gefühl der Verbundenheit zu mir selbst, zu anderen Mithörenden und im Grunde genommen auch zu Ausführenden und Komponisten zu entwickeln.

Zum Referenten:
Prof. Dr. med. Peer Abilgaard ist Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Diplom-Gesangpädagoge und Diplom-Instrumentalpädagoge. Er studierte Medizin an den Universitäten Köln und Paris, sowie Gesang und Trompete an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Opernengagements führten den Countertenor als Gastsolist an das Staatstheater Darmstadt und die Opernhäuser in Halle, Gera, Altenburg und Bonn. Von 2010 bis 2016 war er Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Gerontopsychiatrie und Psychotherapie am HELIOS-Klinikum-Duisburg. Seit Juni dieses Jahres ist er Chefarzt am SANA-Klinikum Duisburg. Daneben ist er Professor für Musikermedizin an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln. Als Autor beschäftigt er sich mit resilienz- und würdeorientierten Ansätzen in der Psychotherapie, dem Stellenwert nonverbaler Psychotherapie (speziell der Musiktherapie) und einer ichstärkenden Musikpädagogik.

Der Vortrag findet am Freitag, den 07. Oktober 2016 um 19 Uhr im Roten Saal statt. Da es eine begrenzte Platzzahl gibt, bitten wir um Anmeldung bis zum 30. September 2016bei Sandra Kuhle, Sekretariat der Abteilung für Psychosomatische Medizin, unter der Telefonnummer (02330) 62-3037 oder per E-Mail. Der Eintritt ist frei.

Die Einladung zur gesamten Vortragsreihe finden Sie hier.

Unternehmenskommunikation 
Alexandra Schürmann

Montag bis Freitag 9 bis 12.45 Uhr  
Telefon (02330) 62-3670 
Telefax (02330) 62-4066
E-Mail an die Abteilung

Julia Chafik, Unternehmenskommunikation

Unternehmenskommunikation 
Julia Chafik

Mo bis Do 9-14 Uhr 
Telefon (02330) 62-3963 
Telefax (02330) 62-4066
E-Mail an die Abteilung