
Therapiekonzept und Therapieformen
In der Abteilung werden alle Formen psychischer Störungen des Erwachsenalters behandelt, die einer stationären oder teilstationären Therapie bedürfen. Für schwerer psychisch erkrankte Menschen steht auch unsere Institutsambulanz zur längerfristigen ambulanten Behandlung zur Verfügung.
Zu den in der Abteilung behandelten Erkrankungen gehören auch Entgiftung bei Suchtkrankheiten, sofern der Betroffene ein suchtstofffreies Leben oder weitere Therapieschritte anstrebt.
Zu unseren besonderen Behandlungsschwerpunkten gehört die Behandlung junger Erwachsener (Adoleszentenstation 4ost), die Behandlung von Menschen mit instabiler Persönlichkeit (Borderline) in Anlehnung an des DBT-Konzept, die Stabilisierung von Menschen mit traúmabedingten Störungen sowie die Behandlung schwerer Angstzustände.
Therapieformen
Die Therapien stützen sich auf vier Behandlungssäulen:
Im Gesamtbehandlungsplan ergänzen sich
Ärzte und Psychologen erarbeiten die Diagnosen. Erstere sind verantwortlich für die medikamentöse Therapie. Gemeinsam entwickeln sie und modifizieren sie je nach individuellen Gegebenheiten den Behandlungsplan und führen die spezielle Psychotherapie durch, wobei auf Methoden der Tiefenpsychologie und Verhaltenstherapie aufgebaut wird.
Die Pflege in der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie
Die besondere Aufgabe der Pflege ist es, den Patienten im Klinikalltag zu begleiten und zu unterstützen. Es ist wichtig, dem Patienten eine Basis für unsere verschiedenartigen Behandlungen zu geben und ein therapeutisches Umfeld zu schaffen, welches die Genesung von Leib, Seele und Geist gleichermassen gewährleistet. Weil wir Wert auf eine individuelle Pflege legen, arbeiten wir mit dem Bezugspflegesystem. Jeder Patient wird während der ganzen Behandlungszeit von einer ihm zugeteilten Pflegekraft begleitet. Sie erarbeitet gemeinsam mit ihm eine Pflegeanamnese. In der dann folgenden, auf die Persönlichkeit abgestimmten Pflegeplanung, kommen insbesondere auch die anthroposophisch erweiterten Pflegemassnahmen zum Tragen.
Wir bieten verschiedene Gruppen- und Einzelangebote für die Patienten, die in regelmässigen rhythmischen Abständen wöchentlich oder täglich in den Stationsalltag eingefügt sind, an.
Pflegetherapeutische Übungen:
Tagesgestaltung, Naturbetrachtungen, Einreibungen und Wickel, Angsttraining, Aussenaktivitäten.
Gegenstandsbetrachtung, Personenbeschreibung, Tastübung, Abstandsübung, Stabringen oder Stabübung, Einzelrollenspiel und Wetterbeobachtung gehören ebenfalls zum Repertoire der Pflegemassnahmen.
Wöchentlich stattfindende Gruppen:
Sportgruppen: geführter Breitensport, Gymnastik, Bogenschießen, Spiele
Bildbetrachtungsgruppe: Bildende Kunst in einer bestimmten Betrachtungsstruktur anschauen
Märchengruppe: geführtes Märchenspiel nach Märchen der Gebrüder Grimm
Kochgruppen
Schwimmgruppen: gemeinsamer Besuch von ausserhäusigen Bädern
Webgruppen
Stationsversammlungen
Täglich stattfindende Morgen-und Abendrunden
Die Kunsttherapien
unterteilen sich in folgende Behandlungsdisziplinen:
Angehörigengruppe
Da die psychische Erkrankung eines Menschen tief und anhaltend in das soziale und emotionale Leben auch der ihm Nahestehenden eingreift, erleben viele Angehörige neben finanziellen und sozialen Problemen auch eigene gesundheitliche Beeinträchtigungen. Demzufolge sind in einem sozialen System, in dem ein Mitglied krank ist, alle Mitglieder betroffen.
Daher werden unter dem Begriff "Angehörige" alle diejenigen Menschen zusammengefasst, die sich durch die Erkrankung eines nahen Mitmenschen betroffen fühlen, einen Austausch mit ähnlich Betroffenen suchen und Unterstützung ebenso wie Motivation benötigen. Behandlungsbedürftige Probleme werden nicht bearbeitet, der Schwerpunkt liegt bei aktueller Krisenklärung, Unterstützung, Vertrautheit und Austausch von Erfahrungen. Verwandtschaftsgrad, Familienstand und Diagnosen sind nicht entscheidend.
Weitere Themen im Gespräch mit den Angehörigen sind:
Angehörige verfügen oft über ein aus langjähriger persönlicher Erfahrung entstandenes Wissen im Umgang mit der Erkrankung, dass wir sehr wertschätzen und im gemeinsamen Gesprächen austauschen und vertiefen möchten.
Ambulanz
Die in die Abteilung integrierte Institutsambulanz bietet ambulante Behandlung speziell für die Gruppe von Patienten, die wegen der Art, Schwere oder Dauer ihrer Erkrankung einer besonders intensiven und komplexen Behandlung bedürfen.
Patienten, die nach Einschätzung ihrer behandelnden Ärzte möglicherweise besonders von einer stationären Behandlung in unserer Abteilung profitieren, können durch die Institutsambulanz untersucht und beraten werden, um einen individuell angemessen Behandlungsplan unter Einbeziehung der Möglichkeiten der erweiterten anthroposphischen Medizin zu entwickeln.
Menschen, die eine solche Behandlung in unserer Abteilung suchen, können sich mit einer Überweisung ihres ambulanten Behandlers an das Abteilungssekretariat wenden und ein Vorgespräch vereinbaren. Kontakt