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Pflegeforschung verstehen

Pflege ist eine Kunst – eine Profession, deren Praxis nicht in Routinetätigkeiten aufgeht. Neben vielen alltäglichen Verrichtungen müssen Pflegende auch Situationen bewältigen, für die es keine allgemeingültigen Regeln geben kann. Denn wir pflegen keine Automaten, sondern Menschen mit ihrer individuellen Biographie, ihrem persönlichen Schicksal. So entstehen Fragen, die durch den gesunden Menschenverstand allein nicht zu lösen sind:

  • Warum sind manche PatientInnen dankbar, wenn ich sie beim subcutanen Spritzen anleite, andere dagegen reagieren unwillig?
  • Warum sind Angehörige von Altenheimbewohnern oft so vorwurfsvoll gegenüber den MitarbeiterInnen?
  • Welchen Anteil hat die von mir ausgeführte äußere Anwendung am Genesen des Patienten?
  • Kann ich sicher sein, dass die PatientInnen meiner Station optimal vor Thrombose geschützt werden?


In diesen und vielen weiteren Fällen ist Pflegeforschung das Mittel der Wahl, um zu gültiger Erkenntnis zu kommen.

Ziele

Das Seminar gibt einen praktischen Einblick in das Feld der Pflegeforschung. Neben dem Erarbeiten der Theorie steht die Praxis im Vordergrund: Die KursteilnehmerInnen erarbeiten in kleinen Gruppen ein eigenes Forschungsprojekt – vom Definieren der Fragestellung und Generieren des Forschungsdesigns über die Datenerhebung und –auswertung und die ethische Prüfung bis zur Präsentation der Ergebnisse. Daraus resultierten schon interessante „Studienergebnisse“, z. B. über das „Warteverhalten an der Krankenhausambulanz im Kontrast zum Wetteraner Bahnhof“ oder über „typisches Verkäuferverhalten im Herdecker Einzelhandel“. Kurz: In einer Art Laborsituation wird der ganze Prozess praktisch erlebbar.

Programm

Der Kurs dauert drei Tage. Für das Generieren der Instrumente, die Auswertung der erhobenen Daten, die Literaturrecherche oder die Vorbereitung der Präsentation stehen Flip-Chart, Kreide- und Metaplantafel sowie Computerarbeitsplätze zur Verfügung. Hier lassen sich sowohl Textanalysen als auch statistische Auswertungen vornehmen. Zur Vorbereitung gibt es einen Reader mit einer Textauswahl grundlegender einführender Literatur.

Die AbsolventInnen sind nach Abschluss des Seminars in der Lage, folgende Fragen zu beantworten:

  • Was ist der besondere Gegenstand (die Domäne) der Pflege?
  • Welche Problemlösungsstrategien gibt es neben der Forschung?
  • Was sind die wesentlichen Schritte des Forschungsprozesses?
  • Was unterscheidet qualitative von quantitativen Studien?
  • Was sind wesentliche Kriterien der Forschungsethik?


So werden sie in der Lage sein, neugierig und fachkundig Studienergebnisse zu lesen und sind nicht ratlos, wenn z. B. eine Studentin darum bittet, an ihrem Arbeitsplatz Daten für eine empirische Masterarbeit erheben zu dürfen.

Zielgruppe

Pflegende in Ausbildung (2. Ausbildungsjahr) am Dörthe-Krause-Institut, sowie interne (Gemeinschaftskrankenhaus) und externe KollegInnen.

Termin

7.-9. März 2017, jeweils 8.00–16.15 Uhr

Verantwortlich

Dr. Mathias Bertram, Krankenpfleger, Diplommedizinpädagoge, Pflegewissenschaftler.

Kursgebühr

215 Euro

 

 

Corinna Büsing
Sekretariat
Telefon (02330) 62-3680
E-Mail an Frau Büsing