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Regionaltherapie bei Lebermetastasen und Lebertumoren

Eine ebenso wirksame wie schonende Behandhlungsmethode

Schon seit vielen Jahren bietet das Gemeinschaftskrankenhaus eine Behandlungsmethode an, die sich speziell für isolierte Tumor oder Metastasen in der Leber eignet: die lokale oder regionale Therapie. 

Dabei werden Medikamente über einen Katheter in der Leiste gezielt in die Leberarterie appliziert. Da die den Tumor versorgenden neuen Blutgefäße überwiegend aus den Leberarterien stammen, erreicht das Medikament auf diese Weise selektiv den Tumor und seine unmittelbare Umgebung. Das gesunde Lebergewebe wird dabei geschont. Da das Medikament gezielt vor Ort wirkt, wird auch der Organismus selbst damit nicht weiter belastet. Das ermöglicht zum einen eine höhere Dosierung und damit eine gesteigerte Wirksamkeit. So kann bei dieser lokalen/regionalen Anwendung eine bis zu hundertfach höhere Wirkstoffkonzentration in die Arterie eingebracht werden, als dies über eine normale Infusion in die Armvene oder einen Port möglich wäre.

Für die regionale/lokale Therapie wird ein Katheter unter Röntgenkontrolle von einer Leistenarterie aus bis zur Leber vorgeschoben. Im Frühjahr 2016 werden sich die Möglichkeiten dafür noch einmal verbessern, weil die Abteilung für Radiologie dann über ein neues biplanares Angiographie-Gerät verfügen wird. 

Da das Medikament direkt an Ort und Stelle wirkt und die Leber es unmittelbar abbaut, wird auch der restliche Organismus nicht so sehr belastet, die sonst üblichen Nebenwirkungen werden kaum beobachtet. Der Nachteil ist, dass die Wirkung natürlich auf die Leber bzw. den Tumor oder die Metastase begrenzt bleibt. Aus diesem Grund eignet sich das Verfahren auch nur für isolierte Lebertumoren oder -metastasen. 

Je nach Tumorart und Methode kann die lokale/regionale Therapie mehrfach wiederholt werden und erspart dem Patienten eine Chemotherapie über Infusionen. Je nach Art und Ausmaß der Tumore beträgt die Ansprechrate 50-80 Prozent, mit Überlebensraten von ein bis zwei Jahren – das ist bei den fortgeschrittenen Stadien, in denen das Verfahren meist eingesetzt wird, sehr viel. 

Der Eingriff dauert ein bis zwei Stunden, die Patienten bleiben dafür zwei bis drei Tage stationär zur Beobachtung im Gemeinschaftskrankenhaus. 

Auf ähnliche Art und Weise können auch kleinste Partikel in die Leberarterie eingebracht werden, die gezielt diejenigen Blutgefäße verstopfen, über die sich der Tumor ernährt. 

Ein weiteres Verfahren ist die radiofrequenz-induzierte Thermoablation (RITA). Dabei wird mittels eine Lebersonde direkt am Tumor Hitze erzeugt, die das Krebsgewebe zerstört. Diese Methode eignet sich für bis zu 3 cm große isolierte Lebertumore, wenn eine Operation nicht möglich ist.